Neues Album: DaDaPunk – April 2016

Foto: Su. Schweiger (Live in Murau)

Rufzeichen ! Im April 2016 wird unser Baby DADAPUNK aus dem Orbit auf die Erde herabsteigen. Digital codiert, in Vinyl gepresst und auf Band verewigt wird es vom Ohrlapperl zur Hirnrinde und von den Zehenspitzen bis zum Scheitel inkarniernen. Als auszuckendes Tanzbein. Als entzücktes Kampfschwein der Alltagsleiden. Als Liebeslied an Deine Kassiererin. Als Drogenopfer der Kaffeekultur.

Im kleinsten Schnittraum der Funkhauswelt haben wir uns verschanzt und zwischen analogen Sägezähnen, alten Gitarren und einem Sack voller Effektgeräte eine Welt erfunden, die nach den schönsten Melodien rief. Schrie. Ja, brüllte. Wir haben ihr die Supermegaüberdrüberhits geschrieben, ihr im geheimgeheimsten Keller Trommeln zerschlagen, ihr das Inferno aufgezeichnet und gleichzeitig multitaskend Mischpultköpfe verdreht. Oh du schönste, geschöpfte Elfenbeinturmwelt! Du Kosmos der Musikkonservierung! So wild und so romantisch haben wir  gesungen – wie mit 14 – am Jungscharlager.

Schubidubidajaeheh!!! So muss SchlagerPunk DaDaPunk.

In froher Erwartung…

Beistrich

 !! NEUES VIDEO von GEORG KOSTRON & SEIN MANAGER !!

Die Lehrstunde zur SMS. Beistrich. Die handgemachte Interpunktion.

Vom Album "Blüte Des Lebens"
Produktion: Georg Kostron
Tonmischung, Koproduktion: Daniel Břen
Mastering: Andreas Balaskas
Schlagzeug: David Leisser
Kameraleihe: Susanne Kober

Georg Kostron an der elektrischen Bassgitarre

Seit geraumer Zeit erfinde ich neue Rhythmen, Melodien und Texte, die in Bälde vorgetragen werden. Es wird ein ganzes Album! Blüte Des Lebens wird es betiteln und ich freue mich schon sehr auf den Moment an dem das Kind die Bühnen erklimmt! In den Abstrakten singe ich der Themen Umrisse. Parallel tanze ich mit Feile und Schreibgerät. Der Internetmensch wird auf WordPress und facebook.com/BlueteDesLebens informiert sein. 2013 wird Information groß geschrieben. Auch meine Datenkabel glühen.

In den letzten Jahren habt ihr mich meist von nur einer Seite aus gesehen (nur im Rock, nur im Techno, nur im Liedermacher, nur in der Impro,..). Vorab möchte ich mich den Bands und Projekten, die ich in den letzten Jahren und Monaten als Sideman am Bass erlebt habe widmen. Sich der gesamtheitlichen Darstellung zu nähern ist der Plan. Dazu bringe ich Georg Kostron an der elektrischen Bassgitarre an den Start.

Georg Kostron an der elektrischen Bassgitarre

Seht vorbei! Es wird wild romantisch und derb einfühlsam. Es wird Blues, es wird Rock, es wird Nerd, es wird Knarrz, es wird Indie, es wird Wien, es wird Berlin, es wird Bewegtbild, es wird Livemitschnitt, es wird Kenn i schon und Is ma aber neu.

Die Tauchstation ruft und ich krame wieder  in den Festplatten. Blub.

Es grüßt Herr K. Alles Liebe

Format: Zeit

Das zu Schaffende möchte sehr oft für immer & ewig sein und bekommt, mitunter zu Recht, seinen nahezu endlosen Platz im Zeitfenster der Ausführenden. Das kreative Tun avanciert zum entspannten Geräkel im Schaumbad. Schöpferische Flitterwochen im Elfenbeinturm. Genußrecht bis zum geplanten Abgabetermin. Die kreativromantische Zweisamkeit findet oft ein, auf den ersten Blick, pragmatisches Ende. Schön, wenn sich eine zielsichere Annäherung ausgegangen ist.

24 HOURS "Time (2011/Birthmarkrecordings/Rebeat)

Meine besten Momente sind meistens zehn Minuten vor JetztaberSchuhezubindenmüssen. Oft findet die Kreativität ihren Höhenflug im Angesicht einer Wand der temporären Notwendigkeiten. Dass ich insofern kein Einzelgänger bin ist bekannt. Auch wenn es die glücklichen Ausnahmen gibt!

Zeitliche Begrenzung & verdichtetes, künstlerisches Schaffen – Filmformate mit der Vorgabe 48 Stunden Produktionszeit gibt es ja schon länger und zwei oder drei Musikerbiographien schreiben auch über mindestens ähnliche Stunts. Ab in die Experimentierküche! Das Birthmarkstudio gibt sich selbst 24 Stunden um einen Song von erster Mikrophonierung, über Arrangement und Aufnahme bis ins Mastering zu führen. Alles inklusive Videodreh, Kaffeepause und Akkuaufladelogistik. Ein Selbstversuch im Druckkochtopfformat. Die Plakatwand wird zum Leitfaden. Gib mir ein Ja oder Nein! Der Song heißt Time. Die Operation gelingt, der Patient lebt. Wie sich das anhört und ansieht – Bitte sehr, man klicke den Probanden: Viel Spaß!

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Auszug aus dem Köpenicker Personalbüro

Stimmen: Adora Odili & BadKat; Gitarre & Programmierungen: Niko Stössl; Bass: Georg Kostron; Schlagzeug: Daniel Bren; Musik: Georg Kostron ; Texte: Adora Odili & BadKat ; Produktion: Niko Stössl, Georg Kostron & Daniel Bren ; aufgenommen von Niko Stössl and Daniel Bren ; gemischt und gemastert von Niko Stössl ; Video: Gloria Dürnberger ; Videoschnitt: Gloria Dürnberger & Daniel Bren ; Maske: Christina Jandl ; Konzept: Daniel Bren

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Empfehlungen der Abteilungen für Absatzwirtschaft & Kommunikation

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Birthmark Studio Berlin
Badkat
Adora Odili
Gloria Dürnberger
Christina Jandl

Sweet CoCo

Vorwort: Gerade als ich diesen Text ins Netz stellen wollte bekam ich die Nachricht meiner Mutter, dass mein Großvater gestorben ist – Scheinbar ziemlich genau als ich getippt hatte. Währenddessen war er mir mit seinen Geschichten und speziell seiner allerletzten Geschichte immer wieder sehr gegenwärtig. Zufall? Ich ließ etwas Zeit vergehen und hielt den Text noch unveröffentlicht. Ein bißchen Ruhe. Ein bißchen Stille.

In Gedenken Kurt Brichta – Ich wünsche dir, dass du deinen Frieden gefunden hast.

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Hier der Blog: Sweet CoCo

Der Himmel ist wolkenlos und ich trage eine graue Leinenhose mit weiten Seitentaschen. Sie ist hoch gekrempelt bis zu den Knien. Die Haare sind noch keine Dreadlocks, bereiten sich aber, zum Zopf geflochen, schon darauf vor. Ein Mazda steht in zweiter Spur vor, die Wiener U6 auf der Brücke über mir. Ich steige ins Auto des Gitarristen ein. Wir haben den 3ten! – Welch dunkelvisionäre Begrüßung. Unmittelbar betroffen ist Wien und speziell mein aktueller, zivilbedienter Lebensraum, das Pflegeheim, ja nicht. Es ist 2001 und die Uhr somit um zehn Jahre zurück gedreht.

Skizzen der Station 8. Für die meisten, der dort lebenden Menschen, ist die Welt ein Pendeln zwischen Medikamentenrausch, Essen und Besuch des Biotops im Park – mal mit uns Zivis, mal mit den lieben Verwandten. Im Rahmen dieser Spaziergänge rutscht das Russland der 1940er Jahre genauso in meine Wahrnehmung wie das Wien der 1950er. Welten zwischen Eisenbahnen, Schnee und Suppe tun sich auf. Irgendwo zwischen Sibirien, Siebenbürgen und Meidling lebt hier eine Realität, die nicht an den Rollstuhl gebunden ist und die für Sekunden durch die Demenz und die Wolke der Antidepressiva durchsehen und sprechen kann.

Es ist eine willkommene Ablenkung sich in diese Geschichten zu begeben. Die Tagespolitik ist wahnsinniger denn je und die Photogeilheit am Zenit der Möglichkeiten. Ein Loch aus Schutt, Rauch und Anschuldigungen entstellt das Zentrum der Weltwirtschaft und drängt sich auf die Titelseiten. Die viel zu große potentielle Gewalt ist spürbar. Es fühlt sich an als würden die Geschichten für die Geriatrien der Zukunft gerade lose, als erste Skizze, auf einen Block gekritzelt werden.

Umgeblättert und ins Jetzt gesprungen. Zehn Jahre später gibt es schon genauere Formulierungen. Gedenken und Bedenken werden zelebriert, zensiert und diskutiert. Etwas treibt uns. Proteste, Trauerfeiern, Verschwörungstheorien, Sonderausgaben von Magazinen, Sonderausgaben im Staatsschutz, verbilligtes Hundefutter bei Real, Billa und Aldi/Hofer,.. Mein Kollege Robert wird beauftragt einen Song für eben diese Zehnjährigkeit zu schreiben. Der Auftraggeber ist der Senat gmeinsam mit einem interreligiösen Verein. Interessen von allen Seiten: Kunst und Freiheit – und Politik – und Religion… Was entsteht ist so alt, wie kitschig und schön: Ein Song für das Miteinander. 

Blick vom Gesangsverein aus in die Regie

Deswegen stelle ich diesen Song vor: Sweet Co-Existance (Juga feat. Robert Lee Fardoe / Run United / 2011). Initiert vom Verein Juga und im Daily Hero Studio Berlin umgesetzt.

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Bitte sehr, Das Video zum Projekt:

Die brenntaugliche Datei im unfassbar hoch aufgelösten .wav Format (44,1/16): Sweet Co-Existance DOWNLOAD Wer hören und speichern will, der/die klicke!

Die Liste für die Gedächtnisübung an Hand der beteiligten Personen: Vox – Robert Lee Fardoe; Bass & Git – Georg Kostron; FX Git – Alex Kozmidi; Drums – Tom Mlynar; Chor – Rob Longstaff, Dana Shanti, Liesa Didoff, Marianne Neumann; Mix – Florian Nowak; Produktion – Johann Damm; Co-Produktion – Georg Kostron; Kamera – Lukas Fischer, Marius Riebandt; Schnitt – Florian Gerdin; Regie – Veit Tresch; Run United 2011

Juga juga-projekt.de

Run United run-united.de

Ein richtig guter Moog

Es ist zwölf Uhr mittag. High Noon. Die Sonne glüht mit ihrem bestimmten Lächeln durch das Fenster. Die Blumen schreien nach Wasser. Draußen ist es kalt. Eiskalt. Drinnen ist es heiß. Eine Wüste in vier Wänden. Schweiß perlt durch jede einzelne Pore an die Luft. Die Heizung gibt ihr Allerbestes.

Es ist Zeit den Knopf zu drücken – den roten Knopf. Wer tut es? Jack oder ich? Sein verschmitztes Lächeln verrät alles. Zielsicher und gnadenlos legt er seinen rechten Zeigefinger auf den Drücker. Er sieht mir tief ins Antlitz und sagt: Die Pferde wollen geritten werden. Spiel das Lied am Moog.

Mir wird klar, dass ich ja gar keinen Moog da habe. Aber das kann ich Jack so nicht entgegenhalten. Wir kennen alle die Geschichte von Joe. Aus meinem Kehlkopf brummt ein bedächtiges: Ja, ja. Press the Button! Es macht ein klackendes Geräusch als sein Finger den Kontakt schließt. Der Strom findet seinen Weg. Vor unseren Augen beginnt der Strich zu wandern. Die Zeit in der Anzeige verstreicht blitzartig. Die Puppen wollen tanzen. Wir reiten die Pferde.

Vier Klicks. Los geht’s. Die Session hebt im Bann des massiven Groove ab. Jack bemerkt nicht, dass das gar kein Moog ist den er hört, sondern ein einfacher, alter Muff – Made in Russia – in Kette mit einem noch älteren Ehx Bass-Micro. Sie bringen uns sicher durch die Prärie. Die Tiere schwitzen wie wir. Die Festplatte heult auf, aber die CPU ist stark genug. Die Töne fressen sich in die Datei und lassen sie nicht mehr los. Ich ziehe die Zügel fester. Der letzte Refrain – doppelt. Ich verdichte. Die Sechzehntel brettern konsequent bis zum letzen Ton aus dem Pick. Vier. Eins. Fermate. Fine.

Die Prärie liegt hinter uns und der aufgewirbelte Staub klebt in unseren Haaren. Dunkel und dreckig rinnt  der Schweiß wie Öl von den Schläfen. Jack sagt: Das ist ein guter Moog. Ich sage: Ja, das ist ein richtig guter Moog – der Beste.